Guthaus Kubbelkow
Geschichte Kubbelkow

Historie


BILDERLÄUTERUNGEN

• Elisabeth von Barnekow geb. von Auerswald 1870 - 1947
• General Henning Freiherr von Barnekow 1859 - 1944
• Hausansicht um 1937 hier noch mit Veranda und 2. Treppe
• Hausansicht um 1985 der Zahn der Zeit und fehlende Pflege haben dem Haus schwer zugesetzt. Der Park als solcher ist nicht mehr erkennbar.


Klein Kubbelkow - die Geschichte
Nach dem Hebungsregister von 1314 ist „Cublicowe“ zu 9 Hufen/5 desert (wüste Hufen) eingestuft.
Als die ersten urkundlich erwähnten Besitzer von Kubbelkow sind  Heyne und sein Bruder Eghardus von Poretz (Preetz) genannt. Zu ihrem Besitz gehörte  schon 1298 Zilne (Sehlen).
Aus dieser Zeit wird 1318 als Wohnhof  die „curia everhardi“ erwähnt.
Mit dem Tode von Heyne verkauft von Poretz das Gut Kubbelkow an Gottschalk Raleke. Gottschalk wiederum veräußert 1372 „dat halve hol in Kubbelkow mit grund, dat geheten ist dat Heyne holt“ (Hainholz) für 440 Mark sundisch an das Klosterhospital St. Jürgen in Rambin.
Zur gleichen Zeit wird auch erwähnt, das die andere Hälfte Dargeslav Barnekow gehörte.
1414 trat Raven von Barnekow einen Teil des  Hainholzes an das Kloster Rambin ab.
Urkundliche Erwähnung fanden als Besitzer von Klein Kubbelkow  1434 Martin d.Ä. von Barnekow auf Teschenhagen und Klein Kubbelkow ferner 1453 Erich von Barnekow „auf Lütken Kubbelkow“. 400 Jahre blieb Kubbelkow nun im Besitz der Familie. Christtoph von Barnekow erweiterte um 1850, der damaligen Mode entsprechend den barocken Gutspark um einen Parkteil im englischen Stil.  Der Park erlangte einen excellenten Ruf für seine Pracht an vielzähligen und prächtigen Rhododendren.

Als letzter von Barnekow aus der Linie Kubbelkow wurde als Sohn von Christoph v.B. -Friedrich v.B. genannt. Er wurde 1848 auf Kubbelkow geboren , verheiratet mit Clara Spiegeltal aus Tilsit war er Köngl.preuss. Regierungspräsident in Bromberg und Osnabrück. Er gab 1907 dem Rostocker Architekten Friedrich Wagner, welcher sich als ausgezeichneter Architekt für die Planung landwirtschaftlicher Bauten einen hervorragenden Ruf geschaffen hatte, den Auftrag im Park ein Sommerhaus  zu errichten.

Wagner zeichnete den Entwurf  für ein Landhaus im Villenstil und konnte von Barnekow überzeugen.

In Auftrag gegeben wurde ein Haus mit allem neuzeitlichen Komfort wie:
„Im Kellergeschoss Dienerstube und Lampenputzraum, Küche Speisekammer, Roll- und Plättstube, Weinkeller, Heizraum mit Ofen für Warmwasserzentralheizung und elektrischer Wasserversorgung, fließend kaltes und warmes Wasser!  disponible Wohnräume mit Wasserklosett. Im Erdgeschoß Vortreppe, Vorhalle und Diele, 2 Wohnzimmer eins mit Veranda nach Südosten, Speisezimmer nebst Anrichte sowie 2 Garderoben mit Handwäsche und Wasserklosett.
Im Obergeschoß  2 Mädchenzimmer und  ein Gastzimmer, 2 Logierzimmer einen Neben- und einen großen Flur nebst Wasserklosett, ein großes Schlafzimmer mit Ankleide und Bad nebst großer Loggia und ein Zimmer für die Hausdame.
Der Grundriß hat eine Fläche von 301,6 m² 3500 m³ umbauten Raum und kostete stolze 56.000 Mark (Das sind heute etwa 784.000 €).

Friedrich von Barnekow konnte sein Sommerhauses nicht mehr genießen da er am 22.07.1908 in Osnabrück verstarb. Kinderlos erbte seine Witwe Clara von Barnekow das lebenslange Wohnrecht auf Kubbelkow. Das Gut Kubbelkow vererbte er zur Bewirtschaftung an seinen Urenkel Henning Freiherr von Barnekow aus der Ralwiecker Linie.
Über das oft recht schwierige Auskommen mit der als äußerst recht herrischen und als rabiat bekannten Witwe Clara sind viele Anekdoten beschrieben worden so verwundert nicht das es zwischen ihr und Henning zum Disput kam und sie den Hof an die Stiefschwester Ihres Gatten der Familie von der Lanken  die es von Herbert von Platen bewirtschaften ließ.



Henning begab sich in den Militärdienst und leitete schon vor dem 1. Weltkrieg als Oberst und Komandeur das Blücher Husearenregiment N° 5 in Stolp.  Inzwischen mit Elisabeth von Auerswald verheiratet entstand aus dieser Ehe 1899  Joachim von Barnekow.
Während des Krieges General geworden ließ er sich und seine Familie 1919 auf Klein Kubbelkow zur Wohnung einweisen.

1938 übergibt Henning v.B. das Gut an seinen Sohn Joachim v.B.
Die letzten Bewohner aus dem Geschlecht der Barnekow waren nunmehr Joachim mit seiner Ehefrau Edelgarde geb. von Pentz und den beiden Kindern Rutger und Ingrid.

In der Vorkriegszeit wünschte sich Edelgarde eine „ordentliches Landhaus mit Lagerboden und Rauchkammer und keine Grunewaldvilla“ hieraufhin wurden Pläne gefertigt und 1939 beim Bauamt zu Bergen ein Bauantrag auf das Abtragen des Daches zur Schaffung von zusätzlichem Wohn und Nutzraum gestellt.

(Anm. Verfasser: In diesem Falle als große Ausnahme: Dem Beamten sei mein Dank!)
Der Gesamtplan wurde abgelehnt! lediglich durften die Veranden geschlossen, und das Dach an zwei Stellen gehoben werden. Hierdurch wurden 3 zusätzliche Zimmer geschaffen.
Joachim selbst führte während eines Fronturlaubs im April 1941 die Bauarbeiten durch. Er fiel im August 1941 und konnte die Fertigstellung nicht mehr erleben.
Wegen der herannahenden Gefahr durch den Russen musste die Witwe von Barnekow und ihre beiden Kinder  vom Gut in Richtung Westen flüchten.

Das Haus ereilte ein tragisches Schicksal. Kubbelkower Bürger berichteten von Plünderei und Zerstörung - nicht nur durch den Russen ! "Die Betten flogen aus den Fenstern - überall Federn und Geschirr sowie zerschlagene Einrichtung im Garten" Selbst die Familiengräber im Park wurden bei der Suche nach Wertvollem von Flüchtlingen geplündert....
Ausgeräumt und teilweise ausgebrannt folgte eine vorübergehende Nutzung als Getreide und Materialspeicher.
Als Flüchtlingslager für Vertriebene aus den Ostgebieten wurde das Haus in 4-6 Familienhaus unterteilt. Bis ins Jahr 1985 diente es 4 Familien als Wohnung und verfiel zusehends.
Neusiedlerland verteilt auf 10 Pazellen - im barocken Gutspark weicht dem Kohlkopf jahrhundertealter Buchsbaum, im Englischen Teil werden massige 200 Jährige Bäume gerodet um Brennholz zu gewinnen, die Familiengruft dient als Kartoffelkeller, die Teiche als Müllhalde ...

1985 geschieht das unfassbare: Der Vorsitzende der LPG Pflanzenproduktion Samtens Herr Dieter Eckhardt bekundet sein Interesse an dem Haus und schafft es seine Genossen davon zu überzeugen hier ein hochwertiges Beriebsferienheim zu schaffen.
Das Haus und Park werden geräumt und von Grund auf nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten (!) saniert und gestaltet. Unter persönlichem Einsatz und mit einem gewaltigen Kapitaleinsatz wird an die Aufgabe herangegangen, so das 1989 das Haus  und der Gutspark  in altem Glanz neu erstrahlen.
Die Wende - Alles wird besser ? Die LPG wird enteignet und Kubbelkow fällt in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Anfangs scheint es gut zu gehen das Haus wird als Pension mit kleinem Restaurant betrieben selbst für die Fernsehreihe „Ein Bayer auf Rügen“ dient das schmucke Gutshaus als Kulisse - investiert wird nicht - gepflegt nur notdürftig - als erstes verwilderte der Park ...
Nachdem die Pension geschlossen, das Haus einer Großfamilie ein Paar Jahre als Wohnung diente und sich zusehends der Sperrmüll im Park ansammelte wurde 1999 geräumt.
Haus und Park sollten verkauft werden es folgte ein Leerstand von 2 ½ Jahren - bis alle Formalitäten geklärt waren.
Ein rügener Abrißunternehmen sollte zwischenzeitlich den Auftrag erhalten das Gebäude zu „Entkernen“ lediglich das Treppenhaus sollte irgendwo eingelagert werden. Beherzt lehnet der Unternehmer ab, da es ihm entgegen jedweden komerziellen Vorteils „In der Seele weh getan hätte“.

Zum wiederholten Male war das Haus dem Verfall und dem Vandalismus ausgesetzt. Grafitti überall, zerschlagene Fenster, aufgebrochene Türen, begonnene Demontage von Brauchbarem ...

Sommer 2001 Landhaus Kubbelkow wird von der TLG Zum Verkauf ausgeschrieben.
Im November 2001 konnte sich die Familie Diembeck gegenüber 60 Mitbewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet durchsetzen und erhielt auf Grund des Nutzungskonzeptes und nicht zuletzt auch des Höchstgebotes den Zuschlag.

Sofort wurden Sicherungsmaßnahmen vorgenommen um die teilweise einstürzenden Decken abzufangen und das Haus vor weiterer Plünderei zu bewahren.
Begonnen mit Freilegen der Parkanlage im Winter 2001 und ab Februar 2002 mit der Restaurierung des Hauses konnte schon im Oktober 2002 das Restaurant im Gutshaus eröffnet werden ...

Über 700 Jahre bewegte Geschichte auf Klein Kubbelkow - nun ist es an uns die Geschichte weiter zu schreiben. Die Familie Diembeck hat es sich zum Ziel gesetzt die Geschichte auf Kubbelkow nicht nur als kurzen Abschnitt zu gestalten. In Hochachtung und im Gedenken der Familie von Barnekow, und mit dem Willen für das Fortbestehen familiärer Traditionen zu kämpfen, werden wir wie unsere Väter, welche Ihr Leben auf ein Ziel ausgerichtet lebten, hier auf Kubbelkow erneut den Grundstein setzen ...

Elisabeth von Barnekow
Freiherr von Barnekow
Hausansicht um 1937
Hausansicht um 1985
Plan Parkanlage
historische Parkansicht